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Food Innovation – Vom Wandel unserer Ernährung

By 3. November 2019 No Comments

Von der Individualisierung unserer Ernährung, nein – Hyper-Personalisierung!, über den Bowl-Trend bis hin zu der Local Food-Evolution mit gegenwärtig brutal-lokaler Zuspitzung – hier ein Auszug aus meinem Vortrag über #FoodInnovationen auf dem Innovation Day Food bei Gruner+Jahr im vergangenen Monat. 👇😊🍜🥕

Das zentrale Take-away hier: Trends entwickeln sich nie linear, denn Zukunft ist schlichtweg keine lineare Entwicklung. Insbesondere Food Trends unterliegen sogenannten Rekursionen, die uns im ersten Moment widersprüchlich und unverständlich erscheinen, aber am Ende des Tages für den gesellschaftlichen Fortschritt unserer Esskultur sorgen.

Wunderbar lässt sich dies am Beispiel des Local Food Trends ablesen: Als Reaktion auf die Globalisierung und Industrialisierung unserer Ernährung erstarkte das gesellschaftliche Bedürfnis nach Lokalität, Authentizität und Vertrautheit im Zuge der zunehmenden durch Überfluss und Angebotsvielfalt charakterisierten Supermarktregale. Der Segen wurde zum Fluch, denn das Paradox of Choice ließ die VerbraucherInnen in der Multi-Optionen-Gesellschaft überfordert zurück. „Welche der 20 Erdbeermarmeladen ist denn nun die Beste für mich?”

Doch dass ein Trend selbst kein statisches Phänomen ist, zeigt die sich abzeichnende Evolution und damit Dynamisierung des Trends. Von dem Fokus auf regionale Küche und damit traditionelle Gerichte ausgehend befinden wir uns mittlerweile an der Schwelle zu Hyper Local, wo nicht nur auch die Rohstoffe selbst aus der unmittelbaren Region kommen sollen, sondern auch das Thema Saisonalität eine zentrale Rolle spielt. Doch wie so oft gibt es auch hier Pioniere und Avantgardisten, die den Aspekt Lokalität (mitunter notgedrungen aufgrund landwirtschaftlicher Limitierungen der Region) auf die Spitze treiben – Brutal Lokal ist das neue Local Food. Vorreiter sind hier bspw. das Noma in Kopenhagen oder das Nobelhart & Schmutzig in Berlin, wo man mittlerweile sogar mit nicht-landwirtschaftlichen Produkten (Flechten, Moose, etc.) in der Küche experimentiert und so Wälder und Wiesen vor der Restauranttür zu kulinarischen Speisekammern macht.

Quelle: Eigene Darstellung nach Zukunftsinstitut

 

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Weiterführende Inhalte:

Interesse geweckt? Mehr zu meinen Talks unter https://www.danielanthes.com/talks/ ✌🎙

Mehr über Food Trends und die Veränderungen unserer Ernährungskultur auf meinem Blog unter https://www.danielanthes.com/?s=food+trends