Um unser Food-System zukunftsfähiger aufzustellen (Uwe Schneidewind prägte den wundervollen Begriff „Zukunftskunst“), braucht es drei fundamentale Transformationen – ich nenne sie jetzt mal recht verspielt die Tasty Triple Transition und meine damit den Dreiklang aus Energie, Ressourcen- und Konsumwende.

Energiewende: Dekarbonisierung, d.h. das Loslösen von fossilen Brennstoffen und damit etwas Endlichem.
Das Ernährungssystem verursacht ~1/3 der weltweiten Treibhausgasemissionen und fossilbasierte Energie trägt zu rund 30% dazu bei

Ressourcenwende: Kreislaufdenken & -handeln, d.h. eine Welt ohne Müll & Verschwendung, wo es erstmal nur Rohstoff gibt, der zur falschen Zeit am falschen Ort ist.
Bis zu 50% der weltweit produzierten Lebensmittel werden verschwendet, wobei der absolute Großteil noch genießbar gewesen wäre; viele Nebenströme in der Food-Industrie werden minderwertig verwertet (Kompostierung, Verbrennung), obwohl das Impact-Potenzial deutlich höher ist (Rohstoffbasis für Tierfutter, Upcycling & neue Proteinquellen, etc.)

Konsumwende: Wohlfühlmaß, d.h. die Frage, wieviel Konsum wir eigentlich brauchen, um glücklich & erfüllt zu sein.
Verinnerlichte Suffizienz und Genuss nach lebensfreundlichem Maß & achtsamer Fülle, was wieder echte Resonanz ermöglicht, indem immer das Mehr an Gesundheit, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Vielfalt und v.a. Genuss im Vordergrund steht.

Wichtig für diese Transformationen bzw. gesellschaftlichen Veränderungsprozesse: Es geht nicht um die Optimierung von Einzelteilen, sondern die Entwicklung des Gesamtsystems; nicht um Kurzfristigkeit, sondern Langfristigkeit; nicht um Adaption, sondern aktive Gestaltung.

Und ein schöner Nebeneffekt: Mit diesen drei Wenden können wir auch den Großteil unserer anderen essentiellen Lebensbereiche zukunftsfähiger gestalten – von Mobilität über Kommunikation & Vernetzung bis zum Wohnen.

 

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🎥 Re:think München / Haus der Kost-Ernährungskongress „Essen, das wir morgen lieben“, im Rahmen welchem ich eine Keynote unter dem Titel „Protein Punks – Über die Revolution auf unseren Tellern“ hielt.

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